
Gemeinsam wirtschaften – statt allein handeln
Eine Genossenschaft ist ein Unternehmen, das ihren Mitgliedern gehört und ihnen dient. Menschen schließen sich zusammen, um gemeinsam wirtschaftliche, soziale oder kulturelle Ziele zu erreichen.
Das Besondere: Nicht die Rendite externer Kapitalgeber steht im Mittelpunkt, sondern der Nutzen für die Mitglieder.
Genossenschaften gibt es in vielen Bereichen:
- Wohnen
- Energie
- Landwirtschaft
- Handel
- Pflege
- Kultur
- Digitalisierung
- Plattformökonomie
- gemeinschaftliche Arbeits- und Unternehmensmodelle
Weltweit sind Genossenschaften eine der verbreitetsten Unternehmensformen.
Mitgliederförderung – der Kern der Genossenschaft
Die eingetragene Genossenschaft hat einen gesetzlich festgelegten Zweck: die Förderung ihrer Mitglieder.
„Gesellschaften von nicht geschlossener Mitgliederzahl, deren Zweck darauf gerichtet ist, den Erwerb oder die Wirtschaft ihrer Mitglieder oder deren soziale oder kulturelle Belange durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb zu fördern …“
(§ 1 GenG)
Das bedeutet: Die Genossenschaft soll ihren Mitgliedern konkrete Vorteile verschaffen – etwa durch:
- regionale Versorgung,
- günstigen Wohnraum,
- gemeinsame Infrastruktur,
- bessere Vermarktung,
- sichere Arbeitsplätze,
- gemeinschaftliche Energieversorgung,
- digitale Plattformen oder
- soziale und kulturelle Angebote.
Anders als bei kapitalorientierten Unternehmen steht nicht die maximale Ausschüttung an Investoren im Vordergrund. Die Vorteile sollen vor allem während der Mitgliedschaft durch die Nutzung der Genossenschaft entstehen.
Unterschiedliche Arten von Genossenschaften
Genossenschaften können sehr unterschiedlich aussehen – je nachdem, welche Förderung sie ihren Mitgliedern bieten.
Konsumgenossenschaften
Verbraucher/innen schließen sich zusammen, um gemeinsam Waren oder Dienstleistungen anzubieten oder zu nutzen – etwa im Lebensmittelbereich, bei Energieprojekten oder digitalen Plattformen.
Wohnungsgenossenschaften
Mitglieder organisieren gemeinschaftlich gutes, sicheres und bezahlbares Wohnen. Viele neue Wohnungsgenossenschaften verbinden dies zusätzlich mit gemeinschaftlichen Wohnformen und nachhaltigen Konzepten.
Produktiv- und Unternehmensgenossenschaften
Selbständige, Freiberufler/innen oder Unternehmen arbeiten zusammen, etwa bei:
• Vermarktung,
• Einkauf,
• Digitalisierung,
• gemeinsamer Infrastruktur oder
• der Schaffung von Arbeitsplätzen.
Mischformen
Viele moderne Genossenschaften verbinden unterschiedliche Interessen – beispielsweise von Erzeuger/innen und Verbraucher/innen oder von Nutzer/innen, Beschäftigten und Unterstützer/innen. Dazu gehören auch die Solidarischen-Landwirtschaft-Genossenschaften, in denen die Erzeuger/innen und Verbraucher/innen verbunden sind.
Die Genossenschaft eignet sich besonders dort, wo Menschen langfristig und demokratisch zusammenarbeiten wollen.
Werte und Prinzipien
Genossenschaften beruhen weltweit auf gemeinsamen Werten wie:
- Selbsthilfe
- Demokratie
- Solidarität
- Verantwortung
- Nachhaltigkeit
Die internationale Genossenschaftsbewegung orientiert sich an den Grundsätzen des International Co-operative Alliance (ICA):
- Freiwillige und offene Mitgliedschaft
- Demokratische Kontrolle
- Wirtschaftliche Beteiligung der Mitglieder
- Autonomie und Unabhängigkeit
- Bildung und Information
- Zusammenarbeit zwischen Genossenschaften
- Verantwortung für die Gemeinschaft
In Deutschland wurden Genossenschaften besonders durch Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen geprägt. Ihre Leitideen:
- Selbsthilfe
- Selbstverwaltung
- Selbstverantwortung
Warum Genossenschaften heute wichtig sind
Viele aktuelle Herausforderungen lassen sich besser gemeinschaftlich lösen:
- bezahlbares Wohnen,
- regionale Versorgung,
- Energiewende,
- nachhaltiges Wirtschaften,
- digitale Souveränität,
- demokratische Teilhabe.
Genossenschaften verbinden wirtschaftliches Handeln mit langfristiger Verantwortung und gemeinschaftlicher Gestaltung.
(Die Bilder auf dieser Seite wurden mit KI generiert.)
